Samstag, 14. August 2021

Schlusswort

Das Leben ist anstrengend geworden. Damit meine ich nicht das Dahinsiechen im konsumorientierten Freizeitdarwinismus, sondern vielmehr das gesellschaftliche Dilemma der Werteverschiebungen. 

Mit Jahrgang 65 finde ich diese Statements a´la „Früher war alles besser“ zunehmend abstoßend.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit des kalten Krieges, wo die Welt vor dem Abgrund stand. 

Wo mich morgens auf dem Schulweg das prächtige Farbenspiel der Luftverschmutzung begleitete, weil sich die Sonne prismenartig durch die Feinstaubgeschwängerten Wolken quälte. 

Wo wir an der Wupper mit den Massen von toten Fischen gespielt haben, weil Luhns seine Abwässer einfach so einleitete. 

Wo sogar im Wartezimmer der Ärzte geraucht wurde. 

Und wo selbstverständlich Schwarze, Gelbe, Schwule und Lesben wegen ihrer Hautfarbe Nachteile hatten oder sogar umgebracht wurden. 
Gastarbeiter! Wir sind das einzige Land, das sich das selbstverschuldete Chaos von seinen „Gästen“ reparieren ließ. 

Wo Frauen nichts zu sagen hatten und in Wissenschaft und Politik nicht stattfanden.


Trotzdem erinnere ich mich an die Warnungen vor der 
Umwelt- und Klimakatastrophe.

Deshalb ist es anstrengend zu erleben, dass die Menschen immer noch mit eigennützigen Beharren auf ihre dämliche Komfortzone alles dafür tun, damit sich nichts verbessert.



Wir diskutieren über Masken und Impfstoffe, als wenn wir das Rad neu erfinden könnten. 

Ich habe bald ein schlechtes Gewissen, weil ich trotz Impfung noch nicht verreckt bin, damit die Impfgegner in ihrer Argumentation unterstützt werden. Sorry...

Wir klammern uns an unseren Besitz, der wie in Ahrweiler bewiesen wurde in wenigen Stunden von der Bildfläche verschwunden sein kann. 



In einem Szenario, das schon seit Jahrzehnten angekündigt wird. 

Was Generationen von Menschen in 100ten Jahren angesammelt und erschaffen hatten, wurde in einer Nacht weggefegt. 




Und wir machen uns Sorgen um die Zukunft des vorsintflutlichen Verbrennungsmotors. Bei dem 70% der Energie in Hitze verpufft, während 100% der Abgase das Klima zerstören.


Ein autistisches 12jähriges Mädchen hat längst geblickt, was diese Gesellschaft leugnet.

Wenn wir nicht langsam mal an einem Strang ziehen und die aus der Gesellschaft ausschließen, die mit Fake-News, Ignoranz, Hass und Hetze verhindern, dass wir das Blatt wenden, dann kommen wir womöglich wirklich an einen Punkt, wo unsere Kinder und Enkel sagen: 

Früher war alles besser. Da hätten wir noch eine Chance gehabt, wenn unsere Eltern nicht solche Arschlöcher gewesen wären.







Sonntag, 27. Dezember 2020

Schimpf vor 12 - Corona Edition 2020

 

Ein Satz, der mich dieses Jahr sehr beschäftigt hat, während ich die Riege der deutschen Clowns zunehmend mehr zum Kotzen fand.

Satire darf alles

Selbst wenn das so pauschal zuträfe, läge der Stein des Anstoßes bei dem Begriff „Satire“. Wer definiert das und wie? 


Manch Verwirrter vermag schon nicht zwischen Rassismus und Meinung zu unterscheiden. Werden wir demzufolge beim Lachen überfordert oder überreglementiert?

Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder politisch-gesellschaftliche, allgemein menschliche Missstände und Unzulänglichkeiten kritisiert werden.

Mit der Beschreibung könnte man auch den Pöbel montagabends vor der Dresdner Frauenkirche zu Künstlern deklarieren.

Musst du immer alle beleidigen? Ja, muss ich!



WIKIPEDIA sagt: Satire ist eine Kunstform, mit der Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typische Stilmittel der Satire sind die Übertreibung als Überhöhung oder die Untertreibung als bewusste Bagatellisierung bis ins Lächerliche oder Absurde. Üblicherweise ist Satire eine Kritik von unten (Bürgerempfinden) gegen oben (Repräsentanz der Macht) vorzugsweise in den Feldern Politik, Gesellschaft, Wirtschaft oder Kultur.“

Letzteres ist wohl der Grund, dass in Formaten wie „Heute Show“ populistische Elemente für die Quoten sorgen.

Es ist auch egal, was die Satire darf. Für mich ist viel entscheidender, was die Kunst darf. 

Und die darf alles.

Aber alles muss mir nicht gefallen. Weder Welke, noch Charlie Hebdo und seine Mohammed-Karikaturen.

Für Welke habe ich mir noch nicht genug Hirnzellen weggesoffen und letztere würde ich niemals verbieten wollen (auch nicht darauf schießen) 

Aber trotzdem frage ich mich, ob DAS unsere „westliche Moral“ sein soll: In den Schmutz treten, woran Millionen friedliche Menschen glauben und damit pauschal Leid zufügen, unter dem Deckmantel, es damit einer radikalen Minderheit heimzuzahlen. 

Erinnert fast an die Israel-Politik. Mag ich nicht. Titanic ist aus den gleichen Gründen auch nur noch scheiße. Serdar auch. 

Olli Schulz mag ich einfach so nicht. Ätsch. Meinungsfreiheit.

Mal im Ernst: Wer eine Sendung mit Mario Barth, Chris Tall und Pocher schaut, wo sich ein Andreas Gabalier für Führer, Volk und Quoten um Kopf und Kragen singt, müssen wir dann überhaupt noch über Kunst reden?

Wenn die Dummen alles dürfen, darf Satire das erst recht.

Im Prinzip kann man jederzeit sehr viele gute Kabarettisten und Comedians erleben. Live auf ihren Tourneen, wenn sie irgendwann wieder stattfinden. Sicher sind ein paar Idioten darunter, aber das mag hier Nuhr die Ausnahme sein.

Ein Lichtblick ist das ZDF-Magazin Royal mit Böhmermann. Hier gesellen sich saubere Recherche und ein Gespür für den Zeitgeist an die Stelle, wo die Verstümmelung von Kunst durch Redakteure, Nuhr erpicht auf Quoten, üblicherweise stattfindet. (Ja, auch bei den ÖR, obwohl die das gar nicht nötig hätten, weil gebührenfinanziert.)

Hier ein treffender Artikel zu Böhmi: Herr der Dinge

Ein feiner Kerl, der blasse dünne Junge. Dass er statt „Scheiße“ oder „Kacke“ stets „Charlotte“ sagt, macht ihn menschlich. Könnte mit seiner ehemaligen Show „Roche & Böhmermann“ zu tun haben.

Was ist überhaupt los gewesen mit den „Promis“ dieses Jahr?



Promis und Verschwörer


Abgesehen davon, dass Xavier und der Reiskanzler Hildmann bei mir persönlich seit Jahren schon auf der Beliebtheitsskala zwischen dem gemeinen Robbenknüppler und Akif Pirinçci rangieren, haben wir durchaus bei den üblichen Verdächtigen erhebliche Steigerungen des individuellen Irrsinns verzeichnen können, und es gesellten sich mit Wendler, Til Schweiger und Christian Anders ein paar amüsante Neuzugänge hinzu.

Wenn es nicht so traurig wäre, hätte man Tränen lachen können.

Aber leider folgen den Dummen stets noch Dümmere und darin besteht ein Gefahrenpotential. Wenn aus Worten Taten werden, freut sich nur die AfD.

Das konnte man zuletzt sehr gut bei den Demos der „Querdenker“ verfolgen.

Nazis Querdenker Hippies




Danke, Jan Böhmermann, für den aufschlussreichen Beitrag über Ballweg und sein Geschäftsmodell. Unfassbar, wie sich diese Melange aus geistiger Umnachtung und Schlechtmenschentum von diesem Rattenfänger verarschen lässt.

Die Mischung aus Menschen der unterschiedlichsten Couleur, die auf den Superspreader-Events unfriedlich miteinander demonstrieren, ist auf ihre Art sehr beeindruckend. Abgesehen vom Paradoxon, dass sie unseren Staat als Diktatur bezeichnen, was bedeuten würde, dass sie gar nicht demonstrieren dürften.

Stramme Nazis und Reichsbürger, flankiert von gewaltbereiten Hooligans, lobotomierte Heilpraktiker und hirnverquarzte Hippies mit Vertretern des Unbildungsbürgertums und Trinkhallenakademikern aus der PEGIDA-Szene vereint vor dem Brandenburger Tor. Ein Tiefschlag in die Eier der Solidargemeinschaft unseres Staates und gleichzeitig ein Symbol für die Chlamydien am Sack der demokratischen Grundordnung.

Aber ich will hier niemanden beleidigen. Doch, will ich.



Im Hinblick auf das aus dem Umgang der Politiker mit diesen gesellschaftlichen Auswüchsen resultierende Staatsversagen bleibt es ein exemplarisches Phänomen des Jahres mit der Quersumme Vier. 

Ihr habt zur Genüge mitbekommen, wie der Staat einknickt, wenn Querdenker mit Chaos drohen.

Die hitzigen Gemüter, die sich gegen die Diktatur in der BRD empören, halten ihre Kinder in den lauwarmen Regen aus den Wasserwerfern der Polizei, während sich jeder vernünftige Mensch fragt, warum diese Demo überhaupt genehmigt wurde. Ein paar Kilometer weiter in Leipzig wurde im November eine Querdenkerdemo aufgelöst.

Es ist begrüßenswert, wenn der Staat offensichtlich dazulernt. Dort kamen sogar die Wasserwerfer in gewohnt rücksichtsloser Art zum Einsatz. Allerdings nur bei einem kleinen Haufen linker Gegendemonstranten.

Aber es gab auch Positives

Abgesehen von manchem Ergebnis der von Idioten verpönten PCR Tests.

Rock gegen Rock

ACDC hat ein neues Album auf den Markt geworfen. Damit liefern sie den Soundtrack für die Demonstrationen gegen ein Sonntagsfahrverbot für Motorräder im kommenden Frühjahr und das in gewohnter Qualität. 

Da lässt der einsame Dieselpilot gerne auch mal im November das Fenster runter, wenn aus den miesen Speakern im Mercedes Actros der neue Sänger von ACDC, Brian Johnson, dröhnt und sein Bestes, äh… besser sein Letztes gibt. 



Bei der Back in Black hatten die Band mehr Glück mit der Trauerarbeit. Vielleicht sollte man einfach irgendwann aufhören.

Mit Eric Clapton und Van Morrison gesellten sich kürzlich zwei weitere Promis zu den Corona-Schwurblern. Manche bezeichnen die Hirnwichse als Protestsong.

Falls ihr mal über alte Männer lachen wollt: 

wenn die Vernunft zusammenclapt

Für mich nicht nachvollziehbar. Da habe ich für die Morddrohungen von Phil Rudd mehr Verständnis.

Ich gestehe, dass ich nie ein Album von den beiden Künstlern besaß. 

Ich kenne im Prinzip auch nur die Stücke aus der Werbung.

Da ist es fast OK, wenn es still bleibt

Es bleibt leise in der Veranstaltungswirtschaft

Still und dunkel und statisch.

Soforthilfe ist das neue Fick dich für Soloselbständige. Sascha Lobo hat es sehr amüsant ausformuliert.

Wahre Worte vom Kommerzpunk

Aus diesen Gründen habe ich meine Selbständigkeit schon vor fast 10 Jahren mit einem lachenden und zwei weinenden Augen aufgegeben.



Heute hätte ich als Selbständiger entweder einen Amoklauf oder eine Karriere in einem völlig anderen Beruf gestartet. Vielleicht beides. Profikiller. Scholz wäre dann als Einstand umsonst. 

Was hat sich die SPD nur bei dem Clown gedacht? Unter der Schuhsole kommt der Keller?

Respekt an die ALARMSTUFE ROT, ihr habt alles gegeben. 



Eine vorbildliche Demo abgeliefert und mit einer eisernen Disziplin gebetsmühlenartig den Dialog gesucht, Perspektiven, Konzepte und WASWEISSICH entwickelt, um dann bei dieser blasierten Blase von Bundes- und Landesministern lediglich hart aufzulaufen.

Langsam muss man da Absicht unterstellen, nachdem die Grünen  fertige Konzepte mehrfach vorgelegt haben, die man dann in gewohnter Weise ignoriert hat.

Homeoffice

Für uns „Unfreie“ bedeutet die Krise Homeoffice. 




Die Unternehmen bekommen Geld geschenkt, damit keiner entlassen wird. Vorteil: Ich habe weniger Sorgen. Nachteil: Misswirtschaft und schlechtes Management werden pauschal subventioniert.

Es wäre für alle Beteiligten besser gewesen, diese Gelegenheit für Strukturwandel und neue Strategien zu nutzen, wenn man eh schon Geld ausgeben muss, anstatt den Krebs mit Nivea zu pflegen.

Veränderung ist mit der GROKO nicht zu machen. Wenn ein dämliches Weihnachtsfest schon sämtliche Prioritäten in einer Pandemie unterwandern kann. 

Für mich führen Kunst und Kultur zu Besinnlichkeit. Nicht Gottesdienste, bei denen das Volk einmal im Jahr Betroffenheit und Empathie heucheln darf.

Da hätten Streamings gereicht. Wichsen geht ja auch online.


Klima der Katastrophen


Dass sich Teile unserer Regierung als pragmatisch bezeichnen, das ist ein ganz schlechter Scherz.

Der CORONA ORIGINAL SOUNDTRACK ist eine Freejazz-Nummer, die außer der schlichten ON/OFF -Funktion keine Struktur zwischen den Improvisationsparts aufweisen kann.

Das ist nicht pragmatisch sondern nur praktisch. Weil einfach. Und dem Wahlkampf genehm.

Pragmatisch hat die Veranstaltungswirtschaft gehandelt.

Dort wurden Hygienekonzepte entwickelt, die besser waren, als das Geforderte. Clubs haben umgebaut. Lüftungsanlagen und 20000 Meilen Plexiglas wurden gekauft. Es wurde geschult, umgeschult, um konzeptioniert. Anforderungen wurden in kürzester Zeit umgesetzt, Kundenwünsche über Nacht realisiert.

Und wofür?

Damit es weitergeht! Das ist Pragmatismus.

Was hat die GroKo geleistet?

Frag mal die Menschen im Gesundheitswesen. Frag mal die Kulturschaffenden, ob Hygienekonzepte getestet wurden? Frag mal die Forscher und Virologen, ob das Virus selbst erforscht wurde? Ob es Erkenntnisse gibt, wie sich die Infektionsketten zusammensetzen? Wo die Hotspots entstehen?

OFF

Die Kirche unterstützt den Wahlkampf der Union.

Gottesdienst ON 

Frag mal die Lehrer*innen

OFF

Digitalisierung seit Jahrzehnten verpennt.

ON

Wie ist das denn genau mit den Infektionen in Schulen? Helfen Lüftungssysteme? Oder größere Räume? Turnhallen werden ja eh nicht benötigt.

FENSTER AUF UND JACKE AN UND MSN BLEIBEN AUF

OFF

Nee, ON

Oh Mann, ist das ein Scheißdreck!

Eigentlich wissen wir NICHTS.

Danke an alle Systemrelevanten, die durchhalten und verhindern, dass der Mob die Paläste stürmt.

Danke für den Impfstoff. Der durfte echt nicht später kommen. Das nächste Virus kommt dafür bestimmt.


Was war eigentlich mit der Klimapolitik?




Für die Umwelt war die Pandemie super. Sollte man meinen. Wenn man sich das aber genauer anschaut, verhält es sich auf Deutschland bezogen anders. Mit einer Mischung aus Blockade und Boykott verhindert die Regierung effektiven Klimaschutz und es steht fest, dass auch auf diesem Gebiet mit diesen Staatsführern kein Staat zu machen ist.

Um mal eine Vorstellung zu bekommen, was wirklich nötig wäre und was Corona Einschränkungen wirklich gebracht haben, guckst du hier:

Wir sind am Arsch

Peinlich. Diejenigen, die das als Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit bezeichnen, was Klimaaktivisten und Wissenschaftler fordern, werden sich noch wundern, was als Konsequenz an echten Verboten folgen wird. Und da ist es scheißegal, wer gerade zufällig regiert.

Hat sich Mad Max eigentlich Sorgen um die Wirtschaft gemacht?

Man sieht es ja bei sich selbst, wohin uns der Kapitalismus führt.

Eine Gesellschaftsform, die nur ausbeutet, entnimmt, entreißt und verbraucht, ohne etwas Neues zu erschaffen, zu erhalten oder zu pflegen, dazu auf Wachstum ausgerichtet und nicht auf Ausgleich, hat eine begrenzte Zukunft.

Die Frage ist nur, ob wir uns dafür opfern wollen.

Noch peinlicher ist nur die Europäische Union als  Wertegemeinschaft.

Wisst ihr, was da gerade in Moria 2 abgeht? Weiß echt nicht, wie ich das meiner kleinen Tochter erklären soll. 

Was soll ich von einem Innenminister halten, der eine Erektion bekommt, wenn er an das Fortsetzen der Abschiebungen nach Syrien denkt?

Aber lasst euch nicht runterziehen.

Danke, dass ich hier rumkacken durfte.

Zum Schluss noch was Lustiges. 

Hab ich für einen Online-Gottesdienst komponiert:   https://g.co/arts/zs7uCvgdiQHq22NZ7

Und eine Buchempfehlung.

Lesen: Manchmal wünsche ich mir die RAF zurück

Guten Rutsch und bleibt gesund.

 

 

Samstag, 21. März 2020

Bleibt gesund

Bleibt gesund. Gefällt mir besser als jedes geheuchelte "Schönen Tag noch..."

Heutzutage meint man das Ernst. Zumindest nehme ich es so wahr.


Wahrnehmung ist immer subjektiv. 
Fast jeder hat in seinem Leben Dinge verkackt und wurde von jemandem, der indirekt oder unmittelbar davon profitiert, getröstet mit den Worten: „Wir handeln alle nur unter Druck.“ 

So ist es ja letzten Endes auch.

Aber es kommt auch auf die Situation an. 

Geschichte ist Kontext. Heutzutage erscheint der gesellschaftliche Kontext als Summe aus verallgemeinernder Verachtung und blasierter Egozentrik. Aber davon bleibt die eigene Perspektive unberührt.

Tausende Kolleg*innen aus der Eventbranche haben jetzt gerade das gleiche Problem, aber jeder einzelne Mensch erlebt dieses - verzeiht das Wortspiel - „historische Event“ aus dem individuellen beruflichen und sozialen Umfeld.

Der Kontext ist gekleidet in einer unfassbar miesen Arschloch-Pandemie, die der ökonomischen Ouvertüre ganz eigene Vorzeichen verleiht und deinem persönlichen Schicksal die Blue Notes für den Soundtrack deines Lebens.

Wenn es nur eine Wirtschaftskrise wäre, würde es ja nicht alle auf einmal erwischen.

Jetzt gerade bist du ein potentieller Killer, wenn du dich mit Leuten triffst, um dich auszuheulen. Geschweige denn arbeiten. Auf Events. Am besten auf der AIDA. Ghostship.

Es gibt Kolleg*innen, die haben vorbildlich Rücklagen und/oder ein zweites Standbein, zum Beispiel als Tischler beim Bestatter oder als Casebauer.

Andere haben das nicht, weil es die Lebensumstände nicht zulassen oder man eine längere Zeit krank war oder sonst was.

Einer ist selbständig, der andere ist festangestellt. Auch zwei unterschiedliche Perspektiven.

In jedem Fall hinterlässt man keine gute Visitenkarte, wenn man blasiert und unwissend in der Wüste der Social Media über Kolleg*innen herfällt, die

- sich nicht für unsere Branche eine Lobby wünschen, da man ganz klar den Lobbyismus als das Krebsgeschwür unserer Wirtschaft erkannt hat und lieber die Politik in eine Richtung lenken möchte, wo soziale Gerechtigkeit für die Wirtschaft eine Rolle spielt.

- dir sagen, dass du sowieso nicht in einer signifikanten Art und Weise vom Staat entschädigt wirst.

- der Meinung sind, dass der Job eines Eventtechnikers oder Messebauers auch nicht besser ist als der eines Taxifahrers, Reisebürokaufmanns, Gärtners, Gastro-Bobs oder jedes anderen Erwerbstätigen aus „nicht systemrelevanten“ Bereichen. So sieht das übrigens auch die Regierung.

- keinen Bock auf Verbände hat, die ergebnissoffen debattieren und schwebend unwirksame Lösungsansätze propagieren.

Was erwarten wir? 

Erwarten wir nicht von einem Sozialstaat, dass er grundsätzlich sozial handelt?

Auch wenn die Regierungsarbeit der letzten 20 Jahre einen riesigen Haufen Probleme hervorgebracht hat, leben wir in einem der reichsten Länder Europas und es wird sich bestimmt ein Weg finden, die Situation von staatlicher Seite zu kompensieren, während wir gepflegt auf die „schwarze Null“ scheißen. 

Wir sollten uns künftig nicht mehr von „schwarzen Nullen“ regieren lassen. Auch nicht von blauen Nazis.

Die Branche liegt auch ohne Pandemie längst am Boden. Deshalb gibt es kaum Headroom, weder für Einzelunternehmer noch für große Firmen. Als Angestellter fängt der Staat einen Teil ab, aber als Freelancer sieht es schlecht aus.

Nach dieser Krise wird die Welt eine andere sein?

Weiß ich nicht. Aber fest steht, dass eine Menge Menschen gestorben sein werden und viele Überlebende damit klar kommen müssen und auch mit geänderten Lebensbedingungen.

Wir schränken gerade Freiheiten und Grundrechte ein, die in Jahrzehnten hart erkämpft worden sind und zu Recht als wertvolle Güter unserer Gesellschaft galten.

Können wir garantieren, dass hinterher alles so wird wie vorher? 

Können wir davon ausgehen, dass der Diskurs als solcher, der von vielen mit dem moralischen Deckmantel namens „Wir haben keine Wahl“ sämtliche Fragen und Bedenken mit Shitstorm und Beleidigungen vom Tisch gefegt wird, hinterher noch besteht? 

Und ich meine nicht diese unsäglichen Verschwörungstheorien. Ich rede von grundsätzlichen Fragen zu den Entscheidungen unserer Regierung und denen der Europäischen Nachbarn, wo sich faschistische und totalitäre Staatsführer dank Corona gerade bis auf die Knochen durch ihre Unfähigkeit blamieren.

Guckst du hier:

Es ist zu Recht Kritik an der Regierung angebracht, die viel zu spät angefangen hat, die richtigen Maßnahmen im Hinblick auf die Geschehnisse in China und zuletzt in Italien zu ergreifen.

Stattdessen wird die peinliche Worthülsensammlung unserer Kanzlerin positiv bewertet, statt dass man erkennt, dass hier mal wieder pure Verzweiflung und Schadensbegrenzung die Komponisten der Musik sind.

Das hier spricht mir aus der Seele:

Dieses Pandämonium, das Mutti ihr Kabinett nennt, hat ja heute noch nicht begriffen, wie es geht.

Wenn man sich den Zustand unseres Gesundheitswesens ansieht, bekomme ich Angst. Meine Frau steht an oberster Stelle bei den Risikogruppen. Und eigentlich kratze ich selbst altersbedingt an dieser Grenze. 



Ich wünsche mir folgendes, falls wir das alles überleben:

Solidarität beibehalten. Respekt und Achtsamkeit leben. Ein Menschenleben ist das höchste Gut.

Politisches Engagement entwickeln und unsere Gesellschaft mitgestalten, damit wir die Betonköpfe loswerden, die uns jetzt „regieren“.

Für unsere Branche:

Ich würde mir wünschen, dass Wertschätzung wieder an erster Stelle stünde und nicht der Deckungsbeitrag. Motivierte Menschen leisten so viel bessere Arbeit und im Nu würde es sich bezahlt machen.

Kalkuliert höhere Preise und beziffert endlich den Wert unserer Arbeit in einer Form, die dem Ganzen gerecht wird. Nichts gegen einen Klempner, der im Durchschnitt den dreifachen Stundenlohn einfährt.


Und bitte bleibt gesund!


Montag, 31. Dezember 2018

Schimpf vor 12

Das Jahr geht zu Ende. Für mich steckte 2018 voller positiver Entwicklungen, die getrübt wurden von zahlreichen degoutanten Ereignissen. Nun ist es eine Weile her, dass ich mich hier abreagiert habe, und deshalb werde ich nochmal meckern. Bevor das Jahr rum ist.

Was mich jüngst echt angekotzt hat, war meine Facebook-Sperre. 
1.495 Milliarden nutzen Facebook jeden Tag, 278 Millionen in Europa und daraus ergeben sich Umsätze von ca. 50 Milliarden Dollar im Jahr und die Quote steigt weiter.

Trotzdem bin ich mir sicher, dass man ein Unternehmen in dieser Größenordnung nicht amateurhafter führen kann.
Es sei denn, man findet es geil, dass dauerbesoffene Soziopathen ihr Gestammel ungestraft zum Besten geben können, während Gegenrede zu disziplinarischen Konsequenzen führt.

OK, ich hatte es verdient.



Es ging um einen besorgten Bürger, der es nicht gut fand, dass „Schindlers Liste“ am 27. Januar 2019, dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, nochmal in die Kinos kommt.

Http://www.Yeah. Super Idee. Feine Sache Filmfilet

Schlimme Beleidigungen und Gewaltandrohungen, wie oben beschrieben, entsprechen natürlich den Gemeinschaftsstandards.

Was mich echt ankotzt ist allerdings die Unsitte, die krasseste Scheiße im Netz zu teilen, weil man zu blöd oder zu faul ist, um vorher die Quelle zu checken.

Die Betreffenden machen sich zu Komplizen der Arschlöcher, die von der Verbreitung des Mülls profitieren.

Und NIEMALS ergeben sich aus so einem Thread 
sinnvolle Diskussionen. 

Die Grundlage ist stets eine Lüge und man redet aneinander vorbei oder OFF TOPIC.

Nimm dir bitte die Zeit.
Check ab, woher der Beitrag kommt und wer das verbreitet.

Wenn zum Beispiel der betreffende Facebook-User in seinem (meist ungeschützten) Profil (...und diese Idioten wollen unser Land retten, ha, ha...) schon Epoch Times, Anonymousnews.ru, Compact, deutsche Wirtschafts Nachrichten (und deren Ableger), Halle Leaks, Journalistenwatch (Jouwatch), junge Freiheit, Kopp Verlag, Netzfrauen, RT Deutsch, Cicero, Andreas Gabalier, Freiwild, Dieter Hallervorden, Tim K., Nick Hein, Eva Herman, Erika Steinbach oder direkt die AfD geliked hat, der ist höchstwahrscheinlich mit dem Denken an sich überfordert.

Da sollte man etwas tiefer nach der Wahrheit schürfen.

So gehts:  Http://www.So gehts wirklich

Gestern habe ich im Hotel aus Versehen ferngesehen.
Es gibt eine Sendung, die nennt sich „Trucker Babes – 400 PS in Frauenhand“.
Kein Witz.
Ist das wirklich Bestandteil der aktuellen Fernsehunterhaltung?
Weinstein strebt, glaube ich, eine Klage an, weil er sein Frauenbild zurück will. 

Da muss man sich echt nicht wundern, wenn sich im Netz die Wut entlädt.

Die Menschenjagd in Chemnitz ist natürlich eine übertriebene Reaktion. DAS hat sicherlich andere Ursachen.
Während Nazis im Bundestag sitzen und auf den Straßen wieder ungeniert marschieren, werden hierzulande Ministerposten mit Leuten besetzt, die man gedanklich schon im Dschungelcamp abgeworfen hatte.


Gegen Gage können sie neben solchen Pop-Kultur-Ikonen die Alternativen zu den Kanapees auf der Bundestags-Gala testen.

Wow, ernsthaft?

Mehr schaffen wir nicht mit den Paradigmen einer unbestreitbar funktionierenden Demokratie?

Die Probleme sind klar, aber nichts geschieht. Von selbst schon gar nicht.
Bildung, Aufklärung und eine Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit.
Dann wären wir schon einen Schritt weiter.

Das würde nebenbei die Zeit versüßen, bis Osnabrück Hafenstadt geworden ist.
Dann werden wirkliche Probleme auf uns zukommen.
Egal.
Wir geben nicht auf.
Fahren unseren Diesel bis ultimo.

( hier das Pauschal-Totschlag-Argument-für -gegen -Veränderung-des-eigenen-Verhaltens einsetzen)





Mein guter Vorsatz: Ich will versuchen, künftig alles positiver zu bewerten. 

Also: Danke für 2018.

Ich wünsche allen viel Glück und Gesundheit für den Rest eures Lebens. 

Und viel Erfolg für 2019


Sonntag, 8. April 2018

Outtakes-CUE 1


Nicht alles, was ich für "The Sparkles" schreibe, passt gerade in die Episode, aber manche Sachen finde ich zu schade zum wegwerfen. Das wird künftig als "OUTTAKE" erscheinen. So wie dieses Ding:


The Sparkles: Outtakes / CUE 1

Sophia und Kai saßen beim Frühstück im Hotel, die Kellnerin hatte gerade frischen Kaffee gebracht. Sophia pfefferte die Tageszeitung auf den leeren Stuhl neben sich.
„Drecksfaschisten. Mich kotzt das an, was da abgeht mit der Politik.“
„Jep!“, pflichtete Kai auf seine unnachahmlich knappe Art bei. Mehr würde er dazu nicht sagen. Zumindest heute.

Plötzlich landete ein übervoller Teller mit Rührei auf dem Tisch neben Sophia, und ein muskulöser, tätowierter Arm beförderte die Zeitung auf den Platz neben Kai.

„Moin, ihr Mikrofonständerschubser!“, begrüßte Jupp, der Trucker der Sparkles, die Bühnencrew. Sofort fing er an zu erzählen: „Ich mag ja keine DVD-Produktionen, Fernsehkram und sowas, aber bin ich froh, dass ich den Bock noch zwei Tage stehen lassen kann. Hab nur drei Stunden gepennt.“

„Was haste gemacht?“, fragte Sophia.

„Danke, dass du etwas Empathie für einen alten Mann aufbringst. Also: Gestern bin ich runter vors Hotel. Einen Zigarillo rauchen. Da treffe ich Maurice, die Schwuchtel von der Deko-Fraktion. Der mit den langen blonden Haaren. Da dachten wir: Komm, wir gehen ein Bier trinken. Da habe ich direkt Wojtec angerufen, der hatte auch Durst. Maurice hat noch den Bimbo vom Setbau angerufen und dann sind Maurice, der Schwatte,  der Polacke und ich in den Irish Pub. Und jetzt kommt es: Da saßen schon die rothaarige Lesbe mit den dicken Titten aus dem Produktionsbüro und irgend so ein Ossi und -ihr werdet es nicht glauben - unserer osmanischer Teppichhändler Farid, genannt The Merch!“

Farid verkaufte T-Shirts, CD´s und sämtliches andere Merchandize für die Band und gehörte zur Crew.

„Toll“, sagte Sophia.

„Jep“, meinte Kai.

Jupp hob die Hand, um jeglichen weiteren Kommentar zu unterbinden.

„Und dann haben wir uns derart die Kante gegeben! Farid hat später noch zwei so Tanztürken, die die ganze Zeit am Tresen abschimmelten, an unseren Tisch geholt. Verstehste, die hatten mit der Produktion gar nichts am Hut! Mann, war das ein schöner Abend! Und worüber habt ihr gerade gequatscht?“

„Über Rassismus und Homophobie“, sagte Sophia.

„Und Sexismus“, sagte Kai.

„Ah. Und?“, fragte Jupp.

„Ist Scheiße“, sagte Sophia.

„Politik ist immer scheiße. Das könnt ihr mir glauben“, sagte Jupp. „Menschen leben nämlich wunderbar zusammen. Wenn man sie lässt.“

„Zuweilen flitzt das flauschige Kaninchen Fassungslosigkeit so rasant um die Kurve, dass der Windhund Sprache perplex in der Startbox sitzen bleibt“, sagte Kai.

„Hä?“, fragte Jupp.

„Von David Mitchell“, meinte Sophia.

„Fährt der auch LKW?“

Freitag, 26. Januar 2018

The Sparkles

Hier könnt ihr aktuell mein neues Projekt verfolgen.

Eine fiktive Band - "The Sparkles" - und eine ebenso 
fiktive Crew erleben allerlei Anekdoten 
aus der Veranstaltungs-Branche!

https://www.audioplanung.de/blog/

Viel Vergnügen.

(Nicht nur für Branchenkenner...)



Sonntag, 29. Oktober 2017

Die Schlussnummer - Das Buch



UPDATE: Habe den Verlag gecancelt. 
Das Buch gibt es in der überarbeiteten Auflage überall im Handel und auch hier:
Tom Fuhrmann-Die Schlussnummer


                                                                           
  
Es sollte ursprünglich eine Art "Komödie" werden, aber das trifft es nicht im Geringsten.

Es ist sicherlich kein Buch für sanfte Gemüter. Wer Back to Back schon zu hart fand, der sollte die Finger davon lassen. (Definitiv nix für Kids)

Aber es ist mit Herzblut und der Unterstützung einer Menge Leute entstanden. Zu viele, um sie allesamt in der Danksagung zu erwähnen. 

Das folgende Vorwort beschreibt, worum es geht:


 
Und nicht vergessen: Wir Underground-Autoren sind auf eure Empfehlungen angewiesen.
Und auf Eure ehrlichen Rezensionen. 

Vielen Dank, dass ihr euch das bis zum Ende durchgelesen habt.


Euer Tom