Sonntag, 8. April 2018

Outtakes-CUE 1


Nicht alles, was ich für "The Sparkles" schreibe, passt gerade in die Episode, aber manche Sachen finde ich zu schade zum wegwerfen. Das wird künftig als "OUTTAKE" erscheinen. So wie dieses Ding:


The Sparkles: Outtakes / CUE 1

Sophia und Kai saßen beim Frühstück im Hotel, die Kellnerin hatte gerade frischen Kaffee gebracht. Sophia pfefferte die Tageszeitung auf den leeren Stuhl neben sich.
„Drecksfaschisten. Mich kotzt das an, was da abgeht mit der Politik.“
„Jep!“, pflichtete Kai auf seine unnachahmlich knappe Art bei. Mehr würde er dazu nicht sagen. Zumindest heute.

Plötzlich landete ein übervoller Teller mit Rührei auf dem Tisch neben Sophia, und ein muskulöser, tätowierter Arm beförderte die Zeitung auf den Platz neben Kai.

„Moin, ihr Mikrofonständerschubser!“, begrüßte Jupp, der Trucker der Sparkles, die Bühnencrew. Sofort fing er an zu erzählen: „Ich mag ja keine DVD-Produktionen, Fernsehkram und sowas, aber bin ich froh, dass ich den Bock noch zwei Tage stehen lassen kann. Hab nur drei Stunden gepennt.“

„Was haste gemacht?“, fragte Sophia.

„Danke, dass du etwas Empathie für einen alten Mann aufbringst. Also: Gestern bin ich runter vors Hotel. Einen Zigarillo rauchen. Da treffe ich Maurice, die Schwuchtel von der Deko-Fraktion. Der mit den langen blonden Haaren. Da dachten wir: Komm, wir gehen ein Bier trinken. Da habe ich direkt Wojtec angerufen, der hatte auch Durst. Maurice hat noch den Bimbo vom Setbau angerufen und dann sind Maurice, der Schwatte,  der Polacke und ich in den Irish Pub. Und jetzt kommt es: Da saßen schon die rothaarige Lesbe mit den dicken Titten aus dem Produktionsbüro und irgend so ein Ossi und -ihr werdet es nicht glauben - unserer osmanischer Teppichhändler Farid, genannt The Merch!“

Farid verkaufte T-Shirts, CD´s und sämtliches andere Merchandize für die Band und gehörte zur Crew.

„Toll“, sagte Sophia.

„Jep“, meinte Kai.

Jupp hob die Hand, um jeglichen weiteren Kommentar zu unterbinden.

„Und dann haben wir uns derart die Kante gegeben! Farid hat später noch zwei so Tanztürken, die die ganze Zeit am Tresen abschimmelten, an unseren Tisch geholt. Verstehste, die hatten mit der Produktion gar nichts am Hut! Mann, war das ein schöner Abend! Und worüber habt ihr gerade gequatscht?“

„Über Rassismus und Homophobie“, sagte Sophia.

„Und Sexismus“, sagte Kai.

„Ah. Und?“, fragte Jupp.

„Ist Scheiße“, sagte Sophia.

„Politik ist immer scheiße. Das könnt ihr mir glauben“, sagte Jupp. „Menschen leben nämlich wunderbar zusammen. Wenn man sie lässt.“

„Zuweilen flitzt das flauschige Kaninchen Fassungslosigkeit so rasant um die Kurve, dass der Windhund Sprache perplex in der Startbox sitzen bleibt“, sagte Kai.

„Hä?“, fragte Jupp.

„Von David Mitchell“, meinte Sophia.

„Fährt der auch LKW?“

Freitag, 26. Januar 2018

The Sparkles

Hier könnt ihr aktuell mein neues Projekt verfolgen.

Eine fiktive Band - "The Sparkles" - und eine ebenso 
fiktive Crew erleben allerlei Anekdoten 
aus der Veranstaltungs-Branche!

https://www.audioplanung.de/blog/

Viel Vergnügen.

(Nicht nur für Branchenkenner...)



Sonntag, 29. Oktober 2017

Die Schlussnummer - Das Buch

UPDATE: Habe den Verlag gecancelt. Das Buch wird woanders erscheinen. 
Falls ein Verlag Interesse hat... Bitte melden.



Hallo meine lieben Freunde,

ich bin stolz, Euch mitteilen zu können, dass mein dritter Roman veröffentlicht wurde.



                                                                             
  
Es sollte ursprünglich eine Art "Komödie" werden, aber das trifft es nicht im Geringsten.

Es ist sicherlich kein Buch für sanfte Gemüter. Wer Back to Back schon zu hart fand, der sollte die Finger davon lassen. (Definitiv nix für Kids)

Aber es ist mit Herzblut und der Unterstützung einer Menge Leute entstanden. Zu viele, um sie allesamt in der Danksagung zu erwähnen. 

Das folgende Vorwort beschreibt, worum es geht:


 
Hier ist der Link zur Print-Ausgabe:


Hier der Link zum Ebook:



Wer das böse "A" nicht mag, kann gerne eine signierte Ausgabe bei mir bestellen.

Und nicht vergessen: Wir Underground-Autoren sind auf eure Empfehlungen angewiesen.
Und auf Eure ehrlichen Rezensionen. 

Vielen Dank, dass ihr euch das bis zum Ende durchgelesen habt.


Euer Tom


Montag, 30. Januar 2017

Der Junge


Die überarbeitete Version einer Kurzgeschichte. So lasse ich sie.

Sahin  von Tom Fuhrmann ©2017

Meine einsame Kindheit verbrachte ich zumindest ohne Schmerzen. Es gab keine anderen Kinder, die mir weh taten. Es gab niemanden. Ich war stets allein, aber unverwundbar.
Bis ich den Jungen traf.

An irgendeinem schulfreien Tag flanierte ich in der Innenstadt. Ich besuchte als Dreizehnjähriger die siebte Klasse des Gymnasiums in Sprockhövel. Ein Wolkenbruch überraschte mich, und ich flüchtete in die nahegelegene „Zwiebelturmkirche". Das Gotteshaus war menschenleer. So flegelte ich mich auf eine Bank und blickte auf das Kreuz an. Weder Ehrfurcht noch Geborgenheit konnte ich empfinden. Konnte mir nicht erklären, weshalb Menschen so fixiert auf dieses Religionsding waren. Schreckliche Dinge taten im Namen dieser Idee, die keinen Nutzen brachte. Aus meiner Perspektive, sofern man mir im Alter von Dreizehn derartiges wie einen eigene Perspektive zutrauen konnte. Eigentlich bestand ich damals nur aus Unzufriedenheit und Langeweile. Fast wäre ich eingeschlafen. 

Plötzlich rief hinter mir eine Stimme: „Hallo!“ Nie im Leben hatte ich mich so fürchterlich erschrocken. Ich drehte mich um, blickte in das fröhliche Gesicht eines Jungen in meinem Alter. Langes schwarzes Haar, dunkle Hautfarbe und die traurige braune Augen, die gar nicht zu dem Lächeln passten, das mich in Form von perfekten schneeweißen Zähnen anstrahlte. Er hatte hinter mir geschlafen, bis ich seine Ruhe störte. „Hallo.“, wiederholte er den Gruß. Ich bekam gerade erst wieder Luft und hauchte: „Hallo. Wer bist du?“ Er sprang auf, stellte sich auf die Bank: „Mein Name ist Sahin. Wir sind aus dem Iran in die Türkei geflüchtet. Dann sind wir vor den Türken geflüchtet. Wir sind Kurden. Jetzt sind mein Vater und ich hier. Und wer bist du?“ Damals beeindruckten mich seine sprachlichen Fähigkeiten. Er formte die Worte ohne erkennbaren Akzent.
„Mein Name ist Lennart. Ich war noch nie auf der Flucht. Außer vor meinen Alten.“
Sahin grinste und rief fröhlich: „Komm mit. Wir machen schöne Sachen!“

Der Junge sprang ruckartig von der Bank, auf der er stand. Er klatschte mit seinen Sandalen auf den Boden des Seitenganges. Der Widerhall in der Kirche knallte vom Gewölbe mit unerträglicher Lautstärke zurück. Ich folgte dem Flüchtling. Welcher Junge würde nicht so einer Aufforderung nachkommen? Knarzend öffneten wir die Eingangstür und ich stellte befriedigt fest, dass es kaum regnete.
„Komm!“, rief Sahin und rannte los. Wieder konnte ich nur mühsam mit ihm Schritt halten. Er war schnell. Flüchtlinge müssen schnell sein, dachte ich. Mir fiel ein, was ich in den Nachrichten gehört hatte. Dass in den letzten neun Monaten von Anfang 2015 bis heute über 800 Kinder auf der Flucht im Mittelmeer jämmerlich ertranken.
„Warum zählen sie Kinder extra?“, hatte ich meinen Vater gefragt. Der hatte nur gelacht und gesagt: „Was geht das uns an?“
Vor der Mauer im Kirchweg blieb er stehen und sagte: „Pass auf!“ „Worauf?“ „Pass auf!“, wiederholte er, als ob er dadurch bei mir einen Erkenntnisprozess auslösen könnte und kletterte im selben Moment flink wie ein Affe auf die etwa zwei Meter hohe Mauer. Wie aus dem Nichts holte er eine Plastiktüte aus dem Geäst des Kastanienbaumes und warf sie mir zu. Darin befand sich ein alter Lederball, der definitiv seine beste Zeit hinter sich hatte. „Ein Ball?“, fragte ich unsicher.
„Komm mit. Spielen!“, sagte Sahin, und eine kurze Zeit später passten wir uns auf einer Waldlichtung am Schultenbusch den alten Fußball zu, schossen auf ein Tor, das wir vorher mit zwei großen Steinen markiert hatten. Ich spielte nach langer Zeit mit einem Gegenstand, der weder einen Anschluss für ein Netzteil, noch Batterien besaß. Das hier war nicht „Fifa 2015“. Aber ich hatte Spaß wie schon lange nicht mehr. 

Dann erstarrte ich in meiner Bewegung. Der Ball, den ich fangen wollte, prallte von mir ab und kullerte unbeachtet in Sahins Richtung. Doch der hatte auch nur Augen für den Grund meiner Starre.

„Hey Muselmann, das ist mein Ball!“ David Gerber stand vor uns. Er war vierundzwanzig Jahre, groß, kahlköpfig und brutal. Sahin starrte ihn an, als ob der Mann gerade mit einem UFO gelandet wäre. David Gerber hatte keinen Schulabschluss, vertrat dafür eine deutsche Gesinnung. Flüchtlinge passten sehr gut in sein Feindbild. 

„Ball hergeben, Kanacke! Oder du nix dem Deutschen mächtig?“, fragte David Gerber und grinste fürchterlich. Sahin drehte den Kopf so schnell in meine Richtung, dass seine langen schwarzen Haare flogen. Wir verstanden uns ohne Worte in dieser bedrohlichen Situation. Ich nickte ihm zu. Sahin händigte den alten Lederball sofort an den Skinhead aus. Dabei fixierte er ihn mit den dunklen Augen, unerbittlich und durchbohrend, so dass der große Mann seinen Blick senkte. 
"Es muss heißen: Des Deutschen.", zischte er. Sahin zeigte nicht die Spur von Angst, was ich von mir nicht behaupten konnte. Mir schlotterten die Knie. 

Kaum hatte Gerber den Ball aufgehoben, starrte er Sahin wieder hasserfüllt an. Ohne Vorwarnung verpasste er dem Kurden mit der freien linken Hand einen Schlag vor den Kopf, dass der Flüchtling zur Seite stürzte und auf dem Boden landete. Dann zog der Skin übel grinsend ein Springmesser und stach mit der Klinge mehrmals in den Ball. 

Das Geräusch der entweichenden Luft schien uns zu verhöhnen.

„Nein!“, schrie Sahin, rappelte sich auf und stürmte auf Gerber zu. Der trat ihn brutal in den Bauch, stoppte den Angriff, kaum dass er begonnen hatte. Ich konnte mir das nicht länger mit ansehen, verdrängte meine Angst und schlug dem Riesen mit der Faust gegen sein rechtes Ohr. Gerber stöhnte auf vor Schmerz, drehte sich mit einer Geschwindigkeit um, die ich nie erwartet hätte, packte mich am Arm und hielt mir das Stilett an den Hals. „Ich schlitz dich auf, du Kröte!“, zischte er. Plötzlich brach er zusammen wie ein nasser Sack, ließ mich frei und sein Messer fiel neben ihm auf den Boden. Er lag mit dem Gesicht nach unten auf dem bemoosten Waldboden, und aus einer Wunde am Hinterkopf schien etwas Blut auszutreten.
„Schnell. Komm!“, rief Sahin und warf einen großen Stein weg.

Wir rannten ohne Pause, bis uns der Atem stockte. Erschöpft und nassgeschwitzt erreichten wir den Busbahnhof, wo sich damals meine Grundschule befunden hatte. Hechelnd wie zwei verrückte Hunde setzten wir uns auf eine Mauer und nach einiger Zeit, fragte ich den fremden Jungen: „Sahin, wo hast du so gut Deutsch gelernt?“
„Mein Großvater ist, bevor ich geboren wurde, nach Deutschland gekommen. Zum Arbeiten als Gast.“ „Als Gastarbeiter?“, korrigierte ich. „Als Gastarbeiter. Mein Vater wurde in Essen geboren. Hat studiert. Betriebswirtschaft. Später dann ist er zurück. Ich wurde im Iran geboren. Dort hat mein Vater an der Universität in Teheran Betriebswirtschaft, Deutsch und Englisch unterrichtet. Uns allen hat er das beigebracht.“
„Wow, krass. Mein Vater sagt, dass ihr Wirtschaftsflüchtlinge seid, weil die Türkei fast wie Europa ist.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Wenn du aus Syrien gekommen wärst, wäre das anders, verstehst du?“, versuchte ich ihm zu erklären. Ich zwang mich krampfhaft, mich an die Worte meines Vaters zu erinnern.
„Nein. Warum wäre das anders? Da sind auch Kurden.“, meinte Sahin. „Ja, aber in Ländern wie der Türkei passiert dir ja nichts. Nur dass ihr kein Geld geschenkt bekommt.“
Er sah mich entgeistert an und es klang mitleidig, als er endlich sagte: „Lennart, du weißt gar nichts.“

Wütend stieß ich mich von der Mauer ab und baute mich vor Sahin auf, der mich noch nicht mal eines Blickes würdigte, während er da saß und seine Füße baumeln ließ.
Meinen wütenden Auftritt hatte er ignoriert, und er wirkte fortan abwesend. Nach ein paar Minuten setzte ich mich auch wieder neben ihn auf die Mauer, vergrößerte jedoch den Abstand zwischen uns um einen Meter. Er sollte nicht denken, ich sei wieder versöhnlich. So beobachteten wir, wie die Busse gegenüber mit laut dröhnenden Motoren abfuhren und ankamen, wartende Leute zustiegen, hektische Menschen ausstiegen. Dabei zogen wir es beide vor zu schweigen. Als die Neugierde auf meinen ersten und gleichzeitig so einzigartigen Freund größer wurde als mein jugendlicher Stolz, sagte ich: „Komm, Sahin. Wir gehen rüber zum Kiosk. Ich lade dich auf eine Coke ein.“

Er sah mich mit großen Augen an, aber schwieg. Dennoch folgte er mir wie ein Hund, als wir den Bahnhofskiosk betraten. Ich holte zwei Flaschen Cola aus dem Kühlschrank und nahm eine Tüte Skittles aus dem Regal und zahlte an der Kasse. Als wir hinausgingen, hielt eine Polizeistreife vor dem Kiosk. Augenblicklich erstarrte ich, da mir Gerber wieder einfiel. Wie aus einem dichten Nebel tauchte er als Bedrohung wieder in meinem Bewusstsein auf. Vielleicht war Gerber tot? Oder vielleicht lebte er noch? Ich konnte damals nicht sagen, welches Szenario ich als schlimmer empfand. Die beiden Polizisten stiegen aus, bedachten Sahin zwar mit grimmigen Blicken, aber sie betraten dann den Laden, ohne sich weiter um uns zu scheren. Wir nahmen unseren Proviant und gingen wieder hinüber zu unserer Mauer. Der junge Kurde zog plötzlich ein Messer aus der Tasche. Es war das Stilett von David Gerber, das er vor unserer Flucht eingesteckt haben musste. Damit öffnete er die Flasche, indem er mit dem Griff den Kronkorken weghebelte. Panik vor diesem Tötungsinstrument spornte mich an, in die Offensive zu gehen: „Sag mal, bist du wahnsinnig? Da vorne stehen Polizisten. Pack das Ding weg!“
„Okay. Aber Messer gehört mir", sagte Sahin sanft und steckte das Stilett weg.
„Sahin, wieso hast du gesagt, ich wüsste nichts?“
Es musste raus. Ich spürte, wie meine Ohren heiß wurden, spürte die unterdrückte Wut, da ich seine offensichtliche Arroganz immer noch persönlich nahm. Dann erzählte er mir seine Geschichte.
„Mein Vater war im Widerstand tätig. Er kämpfte im Untergrund gegen das Amadinedschad-Regime. Dann irgendwann kamen Männer vom Geheimdienst. Vater war nicht da. Sie machten schlimme Sachen mit meiner Mama, wirklich schlimme Sachen. Dann erschlugen sie Mama und nahmen meine große Schwester mit.“
Mein Zorn war verraucht, und die Stelle in meinem Bauch wurde durchflutet von Grauen. „Und dann?“, fragte ich mit krächzender Stimme. Dabei registrierte ich, dass Sahins Augen sich mit Tränen füllten. Zwei glänzende schwarze Sterne in einem hübschen Gesicht. Damals machte ich mir kein Bild davon, wie schwer es für ihn gewesen sein musste, über diese Dinge zu sprechen.
„Vater nahm meine kleine Schwester und mich mit zu einem Mann aus dem Untergrund. Der gab uns Pässe und sowas. Dann gingen wir zu einem anderen Mann. Der hatte einen geheimen Club, wo die Sex machen…“
Ich wurde sofort rot wie eine Tomate. Damals war ich in Bezug auf Mädchen nahe an der Galanterie, aber meilenweit entfernt von der Leidenschaft. Ich war im gleichen Maße neugierig auf Sex, wie er mir Angst machte, und beim bloßen Erwähnen des Wortes fühlte ich mich ertappt.
Wie ich lange nach den Erlebnissen recherchierte, organisierte die Sado-Maso-Szene im Iran auch die eine oder andere Flucht. Diese Leute waren es gewohnt, im Untergrund zu arbeiten, da ihre Neigungen tabu waren.
„Was ist mit deiner großen Schwester?“, fragte ich ihn.
„Vater sagte, er hätte in Agri von einem Freund aus Teheran erfahren, dass man sie tot aufgefunden hat. Er konnte nicht sprechen fast eine Woche lang, weil er sich vorwirft, dass er sie im Stich gelassen hat, um uns zu retten.“
Niemals hätte ich es gewagt, den nun stillen Jungen darum zu bitten, dass er mir den Rest seiner Geschichte mitteilte, aber er fuhr von selbst fort: „Agri in der Türkei. Die Soldaten kämpften gegen die PKK. Das sind Kurden, die gegen die Türken kämpfen.“
„Sind Kurden denn keine Türken, wenn sie da leben?“, fragte ich. „Bin ich Deutscher, jetzt wo ich hier lebe?“, fragte er zurück. „Wenn du einen deutschen Pass hast finde ich schon, ja.“ „Willst du das Ende hören?“, zischte er. „Ja. Bitte.“ Nachdem er einen großen Schluck aus seiner Flasche getrunken hatte, sagte er: „An der Grenze zur Türkei wurde meine kleine Schwester Sarah von einem Soldaten erschossen. Sie stand nur einen halben Meter neben mir. Sie haben oft einfach geschossen an der Grenze. Und sie haben Sarah getroffen. Jetzt sind Vater und ich alleine.“
Wieder machte er eine Pause, um sich die Tränen abzuwischen.
Ich schämte mich für sein Grauen. „Hör mal. Du musst das nicht erzählen, Sahin.“
„Doch.“, schluchzte er, „Du bist mein einziger Freund. Du sollst alles hören. Wir haben sie hinter der Grenze begraben. Sie war erst fünf Jahre alt. Vater konnte sie tragen. Dann waren wir in Agri, wo uns die Soldaten gehasst haben. Es waren bestimmt hundert iranische Kurden mit uns da. Viele kannten uns. Vater hatte Angst vor dem Geheimdienst. Er wollte weg. Es gab keine Arbeit für uns. Es gab keine Hoffnung. Vater sagte, wir müssen vielleicht zwei Jahre warten, bis man uns anerkennt. Da sind wir abgehauen.“
Sahin stand auf und ging direkt vor mir in die Hocke. Er blickte zu mir und niemals würde ich diesen traurigen Ausdruck vergessen, der zugleich eine derart zornige Attitüde besaß, dass ich Angst bekam.
„Ich kann nicht sagen, wie lange wir unterwegs waren. Wir mussten nach Deutschland, sagte Vater. Er kannte Männer hier von früher. Im Internetcafé hat er mit ihnen gesprochen unterwegs. Manchmal nahmen uns Lastwagen mit, meistens liefen wir, bettelten und manchmal wurden wir verprügelt, weil wir dreckige Kurden sind. Dann waren wir plötzlich in Istanbul. Vater holte dort Geld bei einem Mann ab, den ich nicht kannte. Dann flogen wir nach Düsseldorf.“ Das war zu viel für mein Gemüt. Ich nahm meinen Freund in den Arm und während mich der Schmerz umarmte, flüsterte ich: “Willkommen, Sahin. Willkommen.“

Wir Hielten uns gegenseitig fest und ich spürte, wie Sahin zitterte, schluchzte. Ich bemerkte nicht, dass ein Auto mit quietschenden Reifen auf den Busbahnhof gefahren kam.
Plötzlich rief eine tiefe Stimme: „Schau mal! Schwul sind die beiden auch noch!“ Wir waren umzingelt von David Gerber und zwei seiner Freunde. Alle waren in seinem Alter, groß und sahen brutal aus. Sie trugen schwarze Sachen, hatten Schnürstiefel an und einer hatte ein Hakenkreuz auf den Hals tätowiert. David Gerber hatte einen Verband um seinen Glatzkopf. Sahin schob mich hinter sich. Der kleine Kurde schien mich beschützen zu wollen. Gerber trat vor, er hatte einen Aluminium-Baseballschläger in der Hand.

„Ja, Muselmann. Jetzt kommt die Quittung.“ Er schlug so schnell zu, dass Sahin keine Chance hatte, obwohl er seine Arme blitzschnell hochgerissen. Die Keule traf ihn so hart, dass er umfiel wie ein Mehlsack. Die anderen fingen sofort an, ihn mit Fußtritten zu bearbeiten. Ich sah das parkenden Polizeiauto auf der anderen Seite und schrie aus Leibeskräften: „Hilfe! Polizei! Hilfe!“

Ich winkte und schrie, bis mir jemand so hart vor den Kopf schlug, dass ich gegen die Mauer fiel. Endlich hatten sie von Sahin abgelassen, aber nun stand ich in ihrem Fokus.
Die beiden Kumpane packten mich von jeder Seite an den Armen.
„Hört auf, ihr Schweine. Lasst uns in Ruhe…“, flehte ich. Doch Gerber ging in Ausgangsstellung wie bei einem Baseballspiel und sagte: „So jetzt gibt es auf die Murmel, Kanackenfreund…“
Er holte aus, und wie aus heiterem Himmel ließ er die Keule fallen. Es gab ein metallisches, hohles Geräusch, als sie auf dem Boden aufkam. Dann folgte Gerber seinem Baseballschläger, kippte nach vorne, und ein Messer steckte in seinem Rücken. Sein Messer. Dahinter stand der blutüberströmte Sahin.

Der Rest endete im Lärm des Martinshornes der Polizeistreife. Handschellen klickten. Wir wurden gepackt und abtransportiert. 
Das Alles zog wie im Nebel an mir vorbei. Polizei, Krankenwagen. Der Körper auf dem Bürgersteig. Der Junge.
Bevor sie ihn von mir wegzerrten und ich ihn nie wiedersah, sagte er: „Es tut mir leid, dass überall Krieg ist.“




Sonntag, 1. Januar 2017

Schadensbegrenzung


Alles ruhig an Silvester in Köln.

Abgesehen von einer größeren Personenkontrolle im Bereich der Bahnhöfe und der Domplatte.

Die Polizei hat definitiv einen guten Job gemacht. Danke an die Frauen und Männer, die sich den Arsch aufgerissen haben in dieser Nacht. Auch die Feuerwehren und Ärzte und alle, die nicht feiern durften.

Aber gerade die Polizei hat ihr Bestes gegeben.

Abgesehen von der Verbreitung neuer Wortkreationen wie „Nafri“. Ich musste spontan an den Begriff „Geltungsjude“ denken. Die Älteren werden sich noch erinnern.
„Racial Profiling“ finde ich auch nicht besser. 

Wie hätte man das wohl auf Deutsch genannt? Damals im Dritten Reich?

Das Erschreckende ist dabei für mich, dass im Prinzip der Druck auf die Stadt Köln so groß war, dass jedes andere denkbare realistische Szenario schlimmer geendet hätte für die Allgemeinheit, und dazu zähle ich natürlich auch unsere Flüchtlinge und andere Migranten, die bei uns in Deutschland leben.

Eine weitere Eskalation wie vor einem Jahr musste verhindert werden. Die 

Nordafrikanischen Menschen vor einem wütenden Mob von Rassisten zu schützen, hätte eine ähnliche Berechtigung gehabt.

Ein Szenario, das mir gar nicht so abwegig erscheint, wenn ich darüber nachdenke, welche Parteien und Bewegungen alle an diesem Tag am selben Ort „demonstrieren“ wollten. Wogegen? Wofür?

Und dabei war und ist es im Sinne unseres postfaktischen Zeitalters völlig irrelevant, wie die Faktenlage am 31.12.2015 wirklich war. Ob es wirklich nur 15 Anzeigen wegen sexueller Nötigung waren oder 500.

Das Bild, das dank der rechten Medien, der Propaganda der Rassisten und der Dummheit unserer Nachrichtenredaktionen in unseren Köpfe eingemeißelt wurde, zeigt Horden von halbnackten dunkelhäutigen, blutrünstigen Verbrecherbanden, die mit ihrem erigiertem Glied Lieschen Müller das Handy aus dem Ausschnitt ziehen und anschließend die blonde Maid vergewaltigen.

Alles ferngesteuert und koordiniert von dem „zentralen Welt-Nafritum“.

Hallo? Tausend Leute treffen sich doch nicht zufällig alle gleichzeitig in Köln? Und alle betrunken und irre vor Geilheit?
Das auch noch an Silvester, dem Tag an dem der Wendler gar nicht auftritt. 
                                                    (Ironie aus)


Ich möchte mir trotz allem nicht ausmalen, wie die Gemeinschaft der Abgehängten und xenophoben Faktenverweigerer sich profiliert hätte, wenn es zur Eskalation gekommen wäre.  

Deshalb nochmal Danke, liebe Stadt Köln, dass du diese unmöglichen Demonstrationen untersagt hast.

Köln stand mit dem Rücken an der Wand und hat das Beste daraus gemacht.
Schön war es nicht. Nichts, womit man sich schmücken könnte. Es gab halt keine größeren Verluste.

Es bleibt für mich düsteres Bild zurück für unseren Weg in die multikulturelle Zukunft.

Und zeigt umso mehr, woran wir arbeiten müssen: Sicherheit zu gewährleisten, ohne Menschen wegen „eines bestimmten Phänotyps“ unter Generalverdacht zu stellen.

Sonst haben die „Anderen“ ein Stück weit gewonnen.

Und das darf nicht sein.

Bitte haltet dagegen.

Mit Worten und guten Taten.









Donnerstag, 29. Dezember 2016

Danke, Kolumbus

„Hey, was ist los mit dir? Was machst du hier?“

„Oh, hallo. Du bist bist es. Äh…“

„Was machst du hier?“

„Wieso? Ähem. Du bist doch...?“

„1539. Aber das tut nichts zur Sache. Wir kennen uns nicht persönlich. Aber ich weiß, wer du bist. Und heute ist der 29. Dezember, mein Lieber!“

„Mir egal.“

„Was?“

„Es ist mir egal, du Arschloch! Scheißegal ist mir das! Ich kann es nicht mehr hören!“

„Was kannst du nicht mehr hören?“

„Die ballern sich weg mit Alkohol und Drogen, ja? Irgendwann sagt die Pumpe dann: Tschüssikowski, du Idiot, ja? Und wer ist schuld? Ich! Davon habe ich die Schnauze voll!“

"Aber Roger Cicero war wohl kaum so ein Kandidat."

"Sterben gehört  zum Leben wie der Schatten zum Licht, du Naivling! Leben ist Glückssache."

„Aber wir haben trotzdem erst den 29. Dezember, du Jammerlappen!“

„Was willst du von mir, 1539? Was war denn bei dir so los? Hä?“

„Aber…“

„Nichts war los bei dir! Nichts! Heinrich der Fromme wurde Herzog von Sachsen! Ha!  Weißt du was bei mir in Sachsen so los war? Über 600 Anschläge auf Flüchtlingsheime. Zig Übergriffe auf Unterstützer und Helfer in Flüchtlingsunterkünften. Diese elende Partei der blauen Krawatten-Nazis zieht in sämtliche Parlamente ein, feiert Wahlerfolge mit zweistelligem Ergebnis. Man könnte meinen, Honecker hätte das Kollektiv-Gehirn der Ossis mit ins Grab genommen. Und alles bei mir, verstehste?“

„Nicolas Carew.“

„Hä?“

„Die haben Nicolas Carew wegen Verschwörung gegen Heinrich den Achten 
hingerichtet. Exeter.“

„Na und?“

„Von wegen, es war nichts los im Jahre 1539. Die Carta Marina ist übrigens auch mein Ding.“

„Alter, ich wurde dafür symbolisch verbrannt, in die Luft gesprengt, ersäuft und zerfleddert! Die Leute hassen mich. Dabei kann ich doch nichts dafür, dass er da oben Menschen jenseits der 70 schon mal abnippeln lässt. Überhaupt! Für alles, was irgendwelche armen Loser im Leben verkacken, muss ich herhalten? Ich bin derzeit der „Jack the Ripper“ für Promis. Die Spanische Grippe für Künstler und…“

„Hey, geht es noch?“

„Wer bist du denn?“

„Ich bin 1918. Und das sind 1919 und 1920.“

 „Die Spanische Grippe ist unser Ding.“

„OK, sorry. Sollte nur eine Metapher sein.“

„Du bist 2016, stimmts? Arme Sau.“

Danke, aber ich brauche euer Mitleid nicht. Die können mich jetzt mal gepflegt am Arsch lecken. Ich gehe nicht zurück. Die sind alle so feist, degeneriert und verblödet! Dass sie ihre Unzufriedenheit auf mich spiegeln müssen, ist nicht mein Problem!“

„Ach, der feine Herr Freud, oder was?“

„Freud ist meiner!“

„Schnauze 1939! Die Menschen sind so bekloppt, dass sie gar nicht meine wahren Probleme erkennen. Soziale Ungerechtigkeit, Not, Elend, Krieg und das Erstarken des Nationalismus. Überall nur Populisten am Drücker…“

„Ach, dann wende ich mich wohl besser direkt an 2017, oder wie soll ich das interpretieren?“

„Halt dein Maul, 1933! Wir dachten alle, du wärst für immer verschwunden!“




„Dankeschön, 1918. Du weißt ja auch, wovon du sprichst.“

„Aber es sind schon schlimme Sachen passiert bei dir. Brexit, Trump, Syrien, ISIS, Mario Barth…“

“Trump. Toll. Soll ich jetzt auch rumnölen: Danke, Kolumbus? Da kann ich doch nichts dafür! Die Menschen hatten doch schon vorher alles gesät, was sie nun ernten. Nicht nur in Amerika. Auch in Europa. Auf der ganzen Welt werden seit Jahrhunderten die Ärmsten ausgebeutet. Damit wenige im Reichtum ersticken. Wenn es keinen schert, wie es dem Anderen geht, wenn Empathie und Menschlichkeit dem Konsum und den Interessen von Lobbyisten weichen, ist es eigentlich für alles zu spät. Das liegt nicht an mir. Das ist Zufall.“

„Soll ich da mal ran?“

„Danke, 600-nach-Noahs-Geburt. Aber ich denke, wir kommen ohne dein Wasser-Dings klar.“

„Aber du musst zurück. Es ist erst der 29. Dezember. Wenn der Alte das spitzkriegt, fliegst du raus.“

"Witzbold. Wozu denn? Was soll ich denn machen? Es ist doch eh alles meine Schuld.“

„Mach doch mal etwas Gutes. Auch wenn es nur im Kleinen passiert und keiner es mitbekommt. “

„Schenke den Menschen Zeit. Das ist deine einzige Aufgabe. Unsere Aufgabe. Was die Menschen dann mit ihrer Zeit anstellen, das können wir nicht beeinflussen.“

„Isso.“













Samstag, 12. November 2016

Klassenkrampf

Klassenkrampf…

Einer meiner größten Fehler in letzter Zeit war, dass ich diese verdammte Politik, sei es hier bei uns oder im Ausland, zu persönlich genommen habe.

Keiner trifft politische Entscheidungen gegen seine persönlichen Interessen. Jeder entscheidet aus seiner eigenen Perspektive.

Was ist gut, was ist böse?

Wenn ich den Golden Retriever aus dem Tierheim beim nächsten Hof-Fest auf den Grill werfe, wird das sicher nicht gut ankommen, auch wenn es nett gemeint war.

In China, Vietnam oder Korea hätte man sich höchstens über die vergammelte Milch beschwert. Wir nennen es Käse. Alles ist Ansichtssache.

Hätte ich Trump gewählt, wenn ich in den USA leben müsste? 


Bestimmt würde ich mich über chinesisches Essen freuen, wenn ich nur den üblichen Ami-Fraß vorfände. Aber Hunde würde ich trotzdem nicht essen. Oder doch? Es käme darauf an, wie die Alternativen aussähen.

Option Trump

Ein rassistisches Arschloch, frauenfeindlich und dumm. Inkompetent und populistisch. Ein arroganter, narzisstischer Querkopf, der von Vernunft genauso verschont blieb wie von Empathie.

Die Republikaner, seine Partei, die schon ohne einen Psychopathen wie Trump noch unwählbarer scheinen als unsere CSU / AfD. 


Ausschreitungen von dummen Rassisten und anderen Trump –Anhängern beweisen schon am Tag nach der Wahl, dass die Fans ihr Vorbild sehr ernst nehmen. Ein moralischer Kurzschluß.

So gesehen ist ein Kreuz bei diesem intelligenzreduziertem Universal-Phobiker zunächst undenkbar.

Manche würden eher Satan wählen, andere sehen da keinen Unterschied.

Option 2 Hillary Clinton

Der Name Clinton hinterlässt durch die Präsidentschaft ihres Göttergatten nicht nur bei Monica Lewinsky einen fahlen Geschmack im Mund. 

Nachdem der letzte ernst zu nehmende Kandidat der Demokraten während der Vorwahlen von der Kriegsindustrie abgesägt wurde, blieb eine Dame zurück, die neben ihrer Erfahrung vor allem ein Netzwerk aus alten Kriegstreibern und Lobbyisten vorzuweisen hat.
Nachdem sie den Libyenkrieg verkackt hatte, zog sie sich ins Privatleben zurück. 
Wäre sie da nur geblieben.



Clintons Politik steht für Aufrüstung, außenpolitische Sanktionen, Flugverbotszonen, die einen bewaffneten Konflikt garantieren und die hohe Wahrscheinlichkeit, mit Russland in Zustände des kalten Krieges zurückzufallen. Am liebsten wäre die Hexe schon in der Nacht des Sieges in Moskau einmarschiert.

Erfolgreicher vermag bei uns nur die AfD, die Uhr zurückzustellen.

Ich weiß wirklich nicht, wen ich gewählt hätte. Aber ich weiß wie: Ich hätte FÜR meine Familie gewählt. Ich hätte so gewählt, dass ihre Sicherheit am besten gewährleistet wäre.

Nur die Lebensumstände spiegeln die Entscheidungen jedes Einzelnen. Nichts mehr und nichts weniger.

Wer sich für Trump oder die AfD entscheidet, wählt rassistische Wichser, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass er selbst ein Rassist oder Neonazi ist.

Welche idiotische Denke oder welche dummen Umstände zu seiner Entscheidung geführt haben, sie sind allesamt zu individuell, um sie pauschal mit einem FUCK OFF SCUM! abzuschmettern.

Wie hätte ich gewählt?

Gegen die Unmenschlichkeit eines Trump oder gegen die Wahrscheinlichkeit eines Weltkrieges?

Keine Ahnung. 
Ich sollte mich besser mit der nächsten Bundestagswahl befassen.

Was auch für uns in Europa gilt:

Wahlen bestimmen nicht unser Gemüt. Sie bestimmen nicht unsere Einstellung.
Wahlergebnisse haben keinen Einfluss auf unsere Toleranz, unsere Gesprächsbereitschaft und unsere Empathie. Alles kommt von uns selbst.

Am wenigsten bestimmt die Politik unsere Vernunft.
Nein. Eigentlich sollte es genau umgekehrt sein.

Ist es aber nicht. Es ist Angst.


Und das macht mir Angst: Dass die Angst unser Handeln bestimmt.

Es gibt eine Kluft in unserem Land. Aber die lässt sich nicht durch Hass oder Intoleranz und Unverständnis beseitigen.

Wer andere wegen seiner Fehler stigmatisiert, wird weder Erkenntnisprozesse noch Lösungen hervorrufen. 

Wir müssen das tun, was die Regierungen der letzten Jahrzehnte vergessen haben: Brücken bauen. Aufklären und eine friedliche Haltung repräsentieren.
Das entzieht den Arschlöchern und Rattenfängern die Energie. 

Meidet die hetzerischen Medien auf allen Seiten des politischen Spektrums.



Die Welt ist nicht besser oder schlechter als vor 50 Jahren. 
Es kommt uns nur so vor, weil wir nicht bestimmen können, was uns vorgesetzt wird.

Aber wir bestimmen selbst, wie wir uns verhalten.

Und was wir unseren Kindern beibringen.
Gebt nicht auf.
Seid lieb. 
Bitte.